Freitag, 11. März 2016

Weinbergschnecken- perfekte Camper




Weinbergschnecken haben ihre Wohnungsproblem auf geniale Weise gelöst, sie haben ihr Haus immer dabei, sind dadurch sehr mobil, es wächst mit den Ansprüchen und kann bei Bedarf selbst repariert werden, allerdings nur bei kleineren Schäden. Nachteil ist aber, sie können ihr Haus nie verlassen, wird ihr Haus zerstört ist auch ihr Leben beendet.

Weinbergschnecken sind die größten gehäusetragende Landschnecken in Europa. Das Gehäuse besteht aus Kalk und wächst mit der Schnecke mit. Bei Jungschnecken ist das Kalkgehäuse noch sehr weich, deshalb werden sie oft Opfer von Fressfeinden wie Insekten und kleineren Säugetieren. Mit zunehmendem Alter wächst das Gehäuse und hat fast immer die Form einer rechtsdrehenden Spirale. Nur in ganz seltenen Fällen ist die Form linksdrehend. Diese Schnecken haben in einigen Regionen im Volksmund den Namen Schneckenkönig. Zur Überwinterung und zum Schutz vor Trockenheit kann die Schnecke ihr Haus mit einem Kalkdeckel verschließen und so Monate zurückgezogen überleben.

Die Schnecke hat am Kopf vier Fühler. Am Ende der oberen, längeren Fühler sind zwei kleine Punkte zu sehen, die Augen der Schnecken, mit den oberen Fühlern kann die Schnecke sehen und riechen. In die unteren Fühlern sind die Geschmacks- und Tastorgane eingebunden.


Die Weinbergschnecke ernährt sich von weichen Pflanzenteilen und Algen, die Gelege von anderen Schneckenarten gehören nicht zu ihrem Speiseplan.
Die Fortpflanzung der Schnecken stellt eine Besonderheit im Tierreich da. Sie besitzen sowohl männliche, als auch weibliche Samenzellen, dennoch können sie sich nicht selbst befruchten sondern brauchen dazu einen Partner. Nach der Paarung legen die Schnecken bis zu 60 Eier, aus denen sich dann in etwa 2 Wochen selbständig die Jungschnecken entwickeln. Mit etwas Glück haben diese dann in freier Natur eine Lebenserwartung von 8 Jahren.
Weinbergschnecken gelten seit vielen Jahren als besondere kulinarische Spezialität. Die heute in Küchen verwendeten Weinbergschnecken stammen allerdings aus besonderen Zuchtbetrieben.