Freitag, 8. Januar 2016

Natur im Fokus- ein vielseitiger Jäger




Der Mäusebussard ist bei uns am häufigsten zu beobachten und gehört mit einer Flügelspannweite von bis zu 1,35m zu den mittelgroßen Greifvögeln. In der Wahl seines Lebensraum und im Futtererwerb ist er wenig wählerisch und sehr flexibel.

Er ist in fast allen Landschaftsformen zu finden und stellt seiner Beute im Wald, Feld und Wiesen nach. Wie sein Name schon sagt, jagt er in erster Linie Mäuse und andere Kleinsäuger. 
Aber auch Vögel, Eidechsen, Frösche, Kröten und selbst größere Insekten verschmäht er nicht. Dabei steht er manchmal im Rüttelflug, ähnlich wie der Turmfalke, in der Luft und späht auf Beute. Auch Aas nimmt er gerne auf, weshalb man in häufig an Straßenrändern beobachten kann, wo er gezielt totgefahrene Tiere erbeutet. Eine Tätigkeit, die leider öfters selbst zu Verhängnis wird. Bei den Mäusebussarden sind die Weibchen größer als die Menschen, ansonsten sind sie aber über die Gefiederfärbung nicht zu unterscheiden. Diese ist ohnehin sehr variabel und reicht von dunkelbraun bis hin zu sehr hellen Exemplaren mit fast weißer Brust.

Mit etwa 2-3 Jahren werden die Mäusebussarde geschlechtsreif und bilden dann Partnerschaften die oft lebenslang halten. Die Paare sind in der Regel sehr reviertreu und haben oft mehrere Nistplätze, die sie abwechselnd nutzen. Ende März bis Mitte April legt das Weibchen bis zu 4 Eier. Die Jungen schlüpfen dann nach ca. 35 Tagen und sind nach weiteren 7 Wochen flügge. Wenn sie ausfliegen werden sie dann noch ca.6 Wochen von den Eltern betreut bis sie selbständig sind. In dieser Zeit rufen die Jungbussarde sehr stark und betteln um Futter. Gehen Waldwege durch das Gebiet, in dem Bussardeltern ihre Jungen versorgen, kommt es manchmal zu Scheinangriffen auf Waldbesucher oder Jogger. Dies sind dann keineswegs Killerbussarde wie manche Medien schreiben, sondern lediglich besorgte Vogeleltern die ihre Jungen schützen wollen. Kommt dies in ihrer Gegend vor, wählen sie für einige Wochen eine andere Wegstrecke und das Problem ist gelöst.
Der Rauhfußbussard, ist bei uns nur als Wintergast in einigen Regionen in Deutschland zu sehen. Er ist etwas größer als der Mäusebussard und von diesem nur mit einiger Übung zu unterscheiden. Im Gegensatz zum Mäusebussard hat er bis an die Zehen befiederte Füße. Sein Beutespektrum besteht zu großen Teil aus Kleinsäugern, durch seinen Lebensraum im Norden Europas bedingt, hauptsächlich Lemminge und andere Wühlmäuse. Bei uns ,in seinem Winterquartier, jagt er überwiegend Mäuse.
Ein absoluter Nahrungsspezialist ist der Wespenbussard. Wie sein Name schon sagt ist er spezialisiert auf die Erbeutung von Wespen. Hierfür hat er einen speziell ausgebildeten Schnabel, der es ihm erleichtert die Wespenlarven aus den Waben zu ziehen, zum Schutz gegen Wespenstiche hat er im Augenbereich besonders schützendes Gefieder. Seine Krallen sind speziell zum Ausgraben der Wespennester ausgebildet. Stehen nicht ausreichend Wespen zu Verfügung erbeutet er auch andere Insekten, Käfer, Frösche und kleine Vögel. Er ist etwa so groß wie der Mäusebussard und auch im Flugbild schwer von diesem zu unterscheiden.
Das Flugbild der Bussarde ist gekennzeichnet von relativ breiten Flügeln, mit fingerarten Flügelenden. Die besonderen Unterscheidungsmerkmale im Flugbild zwischen Mäusebussard, Rauhfußbussard und Wespenbussard sind nicht einfach zu erkennen. Wie alle Greifvögel stehen auch die Bussarde unter Naturschutz.