Donnerstag, 3. Dezember 2015

Merkwürdiges Tier erobert Deutschland - der Marderhund




Er sieht ähnlich aus wie ein Waschbär und teilt mit ihm das gleiche Schicksal, beides sind Tiere die bei uns normalerweise nicht heimisch sind und zu Problemen führen können. 

Ursprünglich stammt der Marderhund, auch Enok genannt, aus Ostasien, wurde dann als Pelztier im europäischen Teil Russlands gehalten. Freigelassene und entlaufene Tiere verbreiteten sich dann bis nach Deutschland. Die ersten Exemplare wurden um 1960 bei uns beobachtet.


Äußerlich ähnelt der Marderhund dem Waschbären, gehört aber zur Gruppe der Hundeartigen. Er hat kurze Beine, ein dichtes langes Haarkleid und eine dem Waschbären ähnliche schwarz-weiße Gesichtsmaske. Er wird etwa 20 cm hoch und erreicht eine Körperlänge bis zu 50 cm, ohne Schwanz, bei einem Gewicht von 8-10 kg. Die Spur des gleicht der eines Hundes und weist 4 Krallen aus, im Gegensatz zum Waschbären, dessen Spurenbild 5 Krallen aufweist.


Seine Nahrung reicht von Pflanzen, Obst, Früchte bis hin zu kleinen Säugetieren, Fische, Frösche, Vögel, Schnecken und Insekten und weist ihn als Allesfresser aus. Er ist nachtaktiv und daher selten zu beobachten. Sein bevorzugter Lebensraum sind Laub- und Mischwälder, schilfbewachsene Uferstreifen und landwirtschaftliche Nutzflächen.


Zur Aufzucht seiner Jungen bezieht er gerne verlassene Fuchs- oder Dachsbauten oder baut sich selbst einen einfachen Röhrenbau. Die Paarungszeit der Tiere ist im Januar und Februar, nach ca. 9 Wochen bringt das Weibchen dann etwa 3-8 Junge zur Welt. Das Männchen bewacht die Höhle und sobald die Jungen Futter aufnehmen versorgt er sie.


In strengen Winter hält der Marderhund eine Winterruhe, ein für hundeartige Tiere außergewöhnliches Verhalten. In Acht nehmen muss er sich vor   Adler, Luchs und Wolf,  Jungtieren kann auch der Uhu gefährlich werden. Der Marderhund ist nicht geschützt und wird in einigen Regionen stark bejagt, weil man befürchtet, dass er erhebliche Schäden bei heimischen Tierarten verursacht. Inwieweit das zutrifft ist derzeit eine kontroverse Debatte unter den Naturschutzorganisationen. Entkommt er den Jägern, seinen natürlichen Feinden und ist achtsam im Straßenverkehr kann er ein Alter von etwa 7 Jahren erreichen.