Mittwoch, 18. November 2015

Hilfe für unseren besten Gartenfreund, den Igel




Der Igel- gut bewaffnet und trotzdem bedroht
Mit seinem Stachelkleid kann der Igel sich gegen seine natürlichen Feinde sehr gut behaupten, allerdings gegen einen Feind, der wichtiger Bestandteil unserer modernen Lebensweise ist, das Auto, hat er keine Chance. Im Garten können wir ihm helfen.

Etwa eine halbe Million Igel werden jährlich Opfer des Straßenverkehrs, schätzt man. Bedingt durch diese Verluste und den schwindenden Lebensraum ist der Igel mittlerweile in seinen Bestand bedroht und steht deshalb unter Naturschutz.
Dabei ist dieser Jäger ganz wichtig für unsere Natur, sorgt er doch dafür, dass Schnecken, Spinnen, Käfer und Larven von Nachtschmetterlingen nicht überhand nehmen. Die Lieblingsspeise der Igel sind in erster Linie Insekten, die er nachts und in der Dämmerung jagt. Dabei helfen ihm sein hervorragendes Gehör und seine gute Nase.
Igel können bei uns eine Länge von bis zu 25 cm erreichen und 1500g schwer werden. Igel führen in der Regel ein Leben als Einzelgänger und finden sich nur zur Paarungszeit, die bei uns zwischen Mai und August liegt, zusammen. Die Igelin bringt nach etwa 35 Tagen ihren Nachwuchs, meistens 2-8 Junge zur Welt. Die kleinen Igel haben übrigens schon Stacheln, allerdings sehr wenige und sehr weiche, damit die Mutter bei der Geburt nicht verletzt wird. Mit viel Glück kann ein Igel dann in der freien Natur ein Alter von bis zu 7 Jahren erreichen, vorausgesetzt er entkommt seinen natürlichen Feinden wie Fuchs, Dachs, Greifvögeln oder großen Eulen wie z.B. dem Uhu, hat Glück im Straßenverkehr und wird nicht krank.
Hat man einen Garten oder ein kleines Grundstück kann man mit einfachen Maßnahmen dem Igel helfen. Reisighaufen, aufgeschichtete Gartenabfälle oder ein künstliches Igelhaus werden gerne als Tagesversteck und Winterquartier angenommen.


Ein Garten mit einheimischen Sträuchern und Hecken bietet einen sehr guten Lebensraum für den Igel. Mit etwas Obacht bei der Gartenarbeit mit Hacken, Gabeln und Mähgeräten vermeidet man Verletzungen von Igeln, besonders beim Einsatz von Laubsaugern sollte man vorsichtig sein, die können für kleine Igel zur tödlichen Gefahr werden. Insektengifte oder Giftköder sind im Igelgarten tabu und nicht nötig.
Ein Igel im Garten ist ein absoluter Glücksfall, sorgt er doch dafür dass Schnecken und andere Schädlinge im Garten in Grenzen gehalten werden. Unseren Gartenfrüchten schadet der Igel übrigens nicht, er mag die Insekten und Würmer unter dem Obst auf der Erde. Auch mit warmer Milch tut man ihm keinen Gefallen, im Gegenteil die kann für Igel sogar tödlich sein.
In unseren Regionen halten die Igel Winterschlaf und suchen im Spätherbst ihr Winterquartier auf. Es kann durchaus sein, dass man auch an Frosttagen noch Igel beobachten kann. Das ist durchaus normal und diese Igel brauchen nicht unbedingt unsere Hilfe. Beobachtet man Igel bei geschlossener Schneedecke, starkem Frost und machen die Tiere einen kranken oder verletzten Eindruck, ist Hilfe notwendig. Solche Tiere sollte man vorsichtig aufnehmen und in fachkundige Hilfe übergeben. 


Die örtlichen Naturschutzorganisationen oder die Umweltämter der Kommunen können ihnen hier mit Sicherheit die richtigen Ansprechpartner nennen. Auf keinen Fall sollte man Igel aus falsch verstandener Tierliebe mit nach Hause nehmen und ohne Sachkunde versuchen zu pflegen. Die meisten Igel kommen besser ohne unsere Hilfe über den Winter, nur stark untergewichtige oder sehr spät auf die Welt gekommene Jungtiere brauchen unter Umständen Hilfe.
Früher schützte den Igel sein Stachelkleid und seine Feinde konnten nur kranke oder unvorsichtige Tiere erbeuten, heute müssen wir ihn schützen, wollen wir den kleinen stachligen Kerl auch in Zukunft im Garten bewundern und seine Insektenvertilgung nutzen.