Freitag, 6. November 2015

Erlebnisland Saarland-Begegnung mit den Jägern der Nacht



Uhu- König der Nacht

Diesen prachtvollen Vogel kann man im Saarland noch in freier Wildbahn erleben, ein faszinierendes Tier.

Der Uhu, mit lateinischem Name "bubo bubo" genannt, ist die größte bei uns lebende Eulenart. Seine deutscher, als auch sein lateinischer Name sind auf seine Lautäußerungen zurückzuführen. Ein ausgewachsener, weiblicher Uhu kann eine Spannweite von etwa 1,70m erreichen, bei einem Gewicht von durchschnittlich ca. 2,6 kg. Männliche Tiere sind mit einem Durchschnittsgewicht von rund 1,9 kg deutlich kleiner. Vergleicht man ihn mit der kleinsten bei uns lebenden Eule, dem Sperlingskauz, ist der Uhu rund 40 mal schwerer.
Charakteristisch für den Uhu sind seine lange Federohren am Kopf, die aber nicht dem Hören dienen sondern vielmehr  Stimmungsbarometer für Artgenossen sind.


Der Uhu ist grundsätzlich sehr anpassungsfähig in der Wahl ihrer Lebensräume. Nadelwälder, Mischwälder, reine Laubwälder, felsige Gebiete mit genügend offenen oder locker bewachsenen Flächen für die Jagd sind geeignete Lebensräume. Zu Brüten bevorzugt er allerdings felsiges Gelände, Steinbrüche mit Höhlungen und Felsvorsprüngen, die gegen Regen schützen.
Stehende oder fließende Gewässer nutzt er gerne zum Baden und Trinken und auch zum Jagen.
Sein Beutespektrum  ist sehr groß und reicht von Mäusen über Igel, Hasen, anderen kleinere Eulenarten, Greifvögel, Krähen und Elstern, sogar Insekten, Frösche, Schlangen und Fische werden nicht verschmäht.


Auch Füchse, vor allem unaufmerksame Jungfüchse sind vor dem Uhu nicht sicher. Der Uhu jagt im tiefen Pirschflug über dem Boden oder wartet auf einem Ast auf Beute, manche Tiere jagt er mit schnellen Schritten auf dem Boden laufend, z.B. Eidechsen, Frösche.
Seine Beute packt er mit seinen mächtigen Krallen. 


Von den 4 Zehen ist die äußerste als Wendezehen ausgestattet und kann nach Bedarf nach vorne oder hinten gedreht werden.
Unverdauliche Nahrungsreste, wie Haare, Federn und Knochen spuckt der Uhu als Gewölle aus.
Hervorragende Sinne sind im bei Jagd behilflich. Die großen Augen sind optimal ausgestattet um bei schlechten Lichtverhältnissen noch sehr gut zu sehen. Im Vergleich zum Menschen, hat der Uhu eine bis zu 10- fach bessere Sehleistung in der Dämmerung. Mit seinen besonders ausgebildeten Gehör kann der Uhu seine Beute nicht nur akustisch wahrnehmen sonder auch sehr genau orten und somit punktgenau anfliegen.
Obwohl Eulen hervorragend hören, scheinen sie sehr laute Geräusche nicht zu stören. So brütet der Uhu gerne in Steinbrüchen, trotz häufiger Sprengungen und Schleiereulen ziehen ihre Jungen in Kirchtürmen auf, trotz des Glockengeläuts.
Durch besonders ausgebildete Federn, die sehr weich und an den Rändern aufgefächert sind, können Eulen, wie der Uhu, nahezu lautlos fliegen.



Der Uhu jagt in der Regel in der Dämmerung und nachts und sitzt tagsüber, mit seinem Gefieder gut getarnt, in Bäumen, ruht sich aus und pflegt sein Gefieder. Auch dabei entgeht ihm nicht die geringste Bewegung, auch bei Tageslicht kann er sehr gut sehen.
Nach neueren Untersuchungen geht man davon aus, dass der Uhu keine lebenslange Partnerschaften eingehen und auch ihre Reviere wechseln.
Schon im Winter beginnt das Uhumännchen mit seinen Balzrufen, um Weibchen anzulocken. Hat er dabei Glück und es kommt zur Paarung, legt das Weibchen durchschnittlich 2-3 Eier, in seltenen Fällen kann das Gelege bis zu 5 Eiern betragen. Nach etwas über 30 Tagen Brutzeit schlüpfen dann die Jungen, die nach rund 5 Monaten  selbständig sind und sich eigene Reviere suchen.
Ein ausgewachsener, gesunder Uhu hat in der Natur keine natürlichen Feinde und kann ein Alter von knapp 30 Jahren erreichen. Bei zahm gehaltenen Tieren sind Höchstalter von über 50 Jahren erreicht worden.
Hauptgefahr für den Uhu ist heute der Straßen- und Bahnverkehr, Hochspannungsleitungen auch an Windkraftanlagen kommt es zu Verlusten.
Störungen an seinem Brutplatz durch Freizeitaktivitäten der Menschen gehören ebenso zu seinen Bedrohungen.