Mittwoch, 4. November 2015

Erlebnisland Saarland, auf der Spur der Nerze



Der europäische Nerz-fast ausgestorben
Früher war der europäische Nerz weit verbreitet, heute gehört er zu den seltensten Säugetierarten in Europa. In Deutschland gilt er als ausgestorben. Mit Wiederansiedlungsprojekten versucht man den Nerz in einigen Gegenden wieder einzubürgern. Ein solches Gebiet liegt direkt vor meiner Haustür, mitten im Saarland.
Das ist natürlich schon besonderes Glück, dass man bie mir Zuhause an der Ill, einem naturbelassenem Bachlauf, Nerze ausgewildert hat.





Wegen seines dichten und wasserabweisenden Fells, das bei Menschen sehr begehrt war,  wurden Nerze früher intensiv bejagt. Heute leiden sie unter dem Verlust geeigneter Lebensräume und unter der Konkurrenz des amerikanischen Nerzes, der sich in Europa zunehmend ausbreitet. Der amerikanische Nerz, Mink genannt, stammt aus Pelztierfarmen und wurde teilweise bewusst freigelassen, mit katastrophalen Folgen für die einheimische Tierwelt. Auch der europäische Nerz wird durch den deutlich robusteren Kollegen aus Amerika verdrängt.


Der Nerz gehört zu den Marderarten und führt ein verstecktes Leben. Er ist dämmerungs- und nachtaktiv, daher kaum zu beobachten.  Mit etwa  50 cm Körperlänge und einem Gewicht von bis zu 0,8 Kg, ist er ein eher kleines Raubtier, sein Fell ist rot- bis dunkelbraun gefärbt, manchmal sogar schwärzlich, die Körperunterseite ist etwas aufgehellt. Die Männchen sind größer und schwerer als die Weibchen. Nerze leben als Einzelgänger und sind sehr standorttreu. Sein Revier kann bis zu 30 ha groß sein und im an Wasser gebunden. Sie bevorzugen saubere Flüsse und Seen mit dichter Uferbepflanzung, an denen sie ihrer Beute nachstellen können. Von kleineren Nagetieren, Vögeln und Frösche bis hin zu Fischen und Krebsen reicht sein Speiseplan. Nerze können gut schwimmen und auch tauchend jagen. Kleine Schwimmhäute zwischen den Zehen sind dabei sehr hilfreich.
Nach der Paarungszeit im Februar oder März bringt das Weibchen im April oder Mai etwa 5 Junge zur Welt, in Ausnahmefällen können die Würfe auch bis zu 7 Jungtiere stark sein. Nach etwa 4 Monaten sind die Jungen selbstständig. Der europäische Nerz ist vom Aussterben bedroht und wir sollten alle Möglichkeiten nutzen die Art zu erhalten.

Der nächste Artikel der Serie erscheint am 6.11. und stellt die größte Eule vor die im Saarland lebt, der Uhu.