Samstag, 7. November 2015

Erlebnis Saarland-pfeilschnelle Flugkünstler



 Im Saarland können Sie mit etwas Glück drei Falkenarten beobachten, darunter auch den seltenen Wanderfalken, den schnellsten Vogel der Erde.

Falken faszinieren seit Urzeiten die Menschen mit ihren besonderen Flug- und Jagdeigenschaften. Diese Eigenschaften nutzten die Menschen schon frühzeitig und deshalb sind Falken auch seit Jahrtausenden bei uns im jagdlichen Einsatz. Die Falknerei in früheren Zeiten diente nicht der Freizeitbeschäftigung Adliger, wie im Mittelalter, sondern der Beschaffung von Nahrung.
Auch heute noch werden Falken in der Beizjagd in Deutschland eingesetzt, allerdings recht selten. Wissen sollte man allerdings, dass die in Deutschland zahm gehaltenen Falken ausschließlich aus Nachzuchten stammen und nur von sachkundigen Personen unter strengen Auflagen gehalten werden dürfen.


Der Turmfalke ist der bekannteste bei uns lebende Falke und noch relativ häufig zu sehen. Mit einer Spannweite von etwa 75 cm gehört er zu den kleineren Greifvogelarten. Die Weibchen sind bei den Turmfalken deutlich größer als die Männchen, die im Alter auch durch ihren blaugrau gefärbten Kopf deutlich von den Weibchen zu unterscheiden sind.
Der Rücken bei den Turmfalken ist hell-rostbraun mit dunklen Flecken gefärbt, die Körperunterseite  gelblich mit dunklen Flecken. Die Körperunterseite ist bei den Weibchen stärker gefleckt als bei den Männchen.
Typisch für den Turmfalken ist sein Rüttelflug, hat er Beute entdeckt steht er mit heftigen Flügelschlägen still  in der Luft und passt den günstigsten Moment zu Angriff ab.
Turmfalken ernähren sich in erster Linie von kleinen Säugetieren wie Mäusen, aber auch Heuschrecken, Insekten, Eidechsen und kleine Vögel werden nicht verschmäht. Unverdauliche Nahrungsreste, wie Fell und Federn spuken die Falken als Gewölle aus. Im Gegensatz zu den Gewöllen von Eulen kann man bei Greifvögeln in der Regel keine Knochen in den Gewöllen finden, diese  werden mit verdaut. Außer in der Zeit der Jungenaufzucht, enthalten die Gewölle manchmal Knochenreste, weil scheinbar die notwendige Ruhe für die komplette Verdauung fehlt.
Ende März bis Mitte April beziehen die Turmfalken ihre Brutreviere und nutzen alte Nester von Krähen und Elstern, Felsvorsprünge, Höhlen und Einlässe im Mauerwerk als Brutplatz, gerne  werden auch Nistkästen angenommen. Mitte April bis Mitte Mai legt das Weibchen bis zu 6 Eiern, aus denen in rund 30 Tagen die Jungen schlüpfen. Diese werden weitere 30 Tagen von den Eltern im Nest versorgt und danach noch weitere 4 Wochen nach dem Ausfliegen mit Nahrung versorgt. Danach sind sie selbständig und suchen sich eigene Lebensräume.
Viel seltener als der Turmfalke ist der Baumfalke zu beobachten. Er ist etwas größer als der Turmfalke und ist mit seiner dunkelbraun gefärbten Oberseite gut vom Turmfalken zu unterscheiden. Seine schlanken Flügel ermöglichen ihm besonders schnell und wendig zu fliegen, so dass er sogar Schwalben im Flug erbeuten kann. Der Baumfalke ist ein Zugvogel und verbringt den Winter in Afrika.



Deutlich größer als diese beiden Falkenarten ist, mit einer Flügelspannweite von über einem Meter bei den weiblichen Tieren, der Wanderfalke. Er hat eine blaugraue Oberseite, Unterseite hell mit dunkler Querbänderung, bzw. dunklen Flecken. Der Wanderfalke jagt ausschließlich Vögel in der Luft, bis zu Krähengröße. Bei dieser Jagd kann er sehr hohe Geschwindigkeiten erreichen, von über 300 km/h. Wegen dieser besonderen Jagdeigenschaften werden zahme Wanderfalken gerne in der Beizjagd eingesetzt.
Auch den in Osteuropa heimischen Sakerfalken, ein mit einer Spannweite von bis zu 1,25 m fast bussardgroßer Falke, konnte man in Ostdeutschland  schon beobachten. Er ist allerdings in Deutschland äußerst selten zu sehen. Alle Falken sind bei uns streng geschützt.