Mittwoch, 14. Oktober 2015

Der Winter kommt-sollen wir die Vögel füttern?




Noch ein paar Wochen und mit Beginn der kalten Jahreszeit wird eine alljährige Grundsatzfrage für hitzige Diskussionen unter den Naturfreunden führen. Soll man die Singvögel im Winter füttern- ja oder nein? 
Ich beantworte diese Frage für mich mit einem klaren Ja. Unsere Gärten, Parks und landwirtschaftlichen Flächen bieten gerade im Winter nicht ausreichend Nahrung für unsere Singvögel. Viele Gärten sind mit Zierpflanzen gestalten, die zwar schön aussehen aber keinerlei Nahrung für Singvögel bereitstellen. Die landwirtschaftlichen Flächen bieten im Winter kaum Nahrungsmöglichkeiten und Heckenstrukturen mit Beerensträuchern, die auch im Winter Fütter für Singvögel bieten können werden im seltener.


Hinzu kommt, dass einige Zugvögel im Winter bei uns bleiben, so hat uns z.B. die bekannte Amsel vor einigen Jahrzenten noch im Winter als Zugvogel verlassen, heute ist sie auch im Winter Gast in unseren Gärten. Wichtig bei der Fütterung der Singvögel im Winter sind die richtige Auswahl der Futterorte, der Futtersorten und der richtige Zeitpunkt des Futterbeginns. Die Futterorte sollten so gestaltet sein, dass sie sicher von den Vögeln aufgesucht werden können. Futterspender sollten witterungsgeschützt an einer für die Vögel übersichtlichen Stelle und nicht in unmittelbarer Nähe von Glasscheiben platziert werden. So können die Vögel nicht von anschleichenden Katzen überrascht werden und im Anflug nicht mit Glasscheiben kollidieren. 


Ob Sie nun ein Vogelhäuschen, oder einen Futterspender verwenden bleibt Ihnen überlassen. Denken Sie aber bitte daran, dass man die Futterstellen auch reinigen muss und deshalb sollte auch die Reinigungsmöglichkeiten bei der Auswahl eine Rolle spielen.
Für Körnerfresser wie z.B. Sperlinge, Finken und Meisen eignen sich Sonnenblumenkerne und entsprechende Futtermischungen auf Körnerbasis aus dem Handel.

Rotkehlchen, Meisen, Amseln, Zaunkönige z.B. bevorzugen Weichfutter wie ungeschwefelte Rosinen, Obst, Haferflocken, Kleie, auch die handelsüblichen Meisenknödel und Ringe sind für diese Arten sehr gut geeignet.
Auf keinen Fall sollte man salzhaltige Speisereste, Speck oder Salzkartoffeln verfüttern, auch von Brot ist abzuraten, es quillt im Magen der Vögel auf und kann zu gesundheitlichen Schäden führen.


Übrigens Futterringe, Meisenknödel oder Futtertöpfe können Sie leicht selbst herstellen.
Nehmen Sie z.B. kleinen Blumentopf, fixieren mit Bindedraht eine kleine Sitzstange und am anderen Ende eine Aufhängeöse. Erwärmen Sie Rindertalg oder sauberes Pflanzenfett und mischen Sie eine handelsübliche Futtermischung ein. Den steifen Brei füllen Sie in den  Blumentopf ein und lassen die Masse erkalten. Fertig ist Ihr Futtertopf. Übrigens eine gute Bastelidee für Kinder, die die Töpfe auch entsprechend bemalen können. Im Winter können Sie sich dann nicht nur an den Singvögeln sondern auch an den gemalten Kunstwerken Ihrer Kinder erfreuen.


Ich beginne mit der Fütterung sobald die Nachttemperaturen gegen Null Grad gehen, denn bereits bei diesen Temperaturen haben die Vögel einen höheren Nahrungsbedarf und sie können sich so frühzeitig an die Futterstellen gewöhnen. Wenn dann Dauerfrost und geschlossene Schneedecke folgen kennen die Vögel ihre Futterstellen, die man natürlich regelmäßig kontrollieren und nachfüllen muss. Futterstellen bieten hervorragende Möglichkeiten Vögel zu beobachten und oft hat man auch Vögel zu Gast, die man ansonsten seltener im Garten beobachten kann.