Donnerstag, 24. September 2015

Die genialen Produkte der Bienen




Bienenwachs-ein genialer Baustoff

Bienenwachs ist ein genialer Baustoff und wird von den Bienen mit besonderen Körperdrüsen produziert. Aber Bienen haben noch viel mehr zu bieten.


Bienenwachs besteht im Wesentlichen aus einem Gemisch von Alkohol und Säuren. Es ist von weicher Konsistenz, meist leicht gelbfarbig und wird bei Temperaturen über 60 Grad flüssig. Das von den Bienen produzierte Wachs ist zunächst weiß und wird durch die Aufnahme von Blütenpollen leicht gelbfarbig.

Bienenwachs ist brennbar, ein Effekt den man bei der Kerzenherstellung nutzt. Die Kerzenflamme schmilzt das Wachs, das dann durch Kontakt mit Sauerstoff kontrolliert abbrennt und Freigabe von Licht und Wärme.
Viele Jahrhunderte waren Kerzen die einzige Lichtquelle der Menschen nach Sonnenuntergang. Zwischenzeitlich wird Bienenwachs bei der Kerzenherstellung durch Stearin oder Paraffin. Echte Bienenwachskerzen erkennt man aber nach wie vor an dem typischen „Bienengeruch“.
Bienenwachs ist heute noch wichtiger Bestandteil in der Industrie. In vielen Cremes, Salben ist Bienenwachs enthalten, bei manchen Autopolituren  und bei Skiwachs wird ebenfalls noch Bienenwachs eingesetzt, allerdings zunehmend verdrängt durch chemische Produkte. Bei manchen Süßigkeiten, wie z.B. Gummibärchen wird Bienenwachs als Trennmittel eingesetzt, um ein Verkleben der Produkte zu verhindern.
Die Produktion von Bienenwachs ist für die Bienen eine kräftezehrende Aufgabe, die viel Energie benötigt. Man schätzt, dass die Bienen für die Produktion von 1 Kg Wachs rund  10 kg Honig und etwa 1 kg Blütenpollen aufbrauchen. Deshalb gehen die Imker auch hin und bieten den Bienen künstliche Waben an, die dann nur mit Honig gefüllt werden müssen, damit kann die Honigernte deutlich vergrößert werden. Bienenwachs wird in der Naturheilkunde  verwendet bei Erkrankungen des Bewegungsapparates in Form von wärmespendenden Auflagen oder Packungen.
Bei Steinzeitmenschen wurde Bienenwachs auch benutzt um Löcher in den Zähnen zu schließen, Bienenwachs war die erste Zahnplombe der Menschheit.

Propolis-die Apotheke der Bienen


Propolis ist eine klebrige-harzige Substanz die die Bienen aus Baumharz herstellen und mit körpereigenen Substanzen anreichern. Überwiegend nutzen sie dazu das Harz von Birken, Buchen, Fichten und Pappeln. Mit diesem Material dichten die Bienen ihren Stock ab und desinfizieren ihn. Propolis wirkt antibakteriell und beugt so Krankheiten im Bienenvolk vor. Die Menge des erzeugten Propolis kann bis zu 500g im Jahr betragen. Spannend in diesem Zusammenhang ist, dass nicht nur die Bienen Baumharz als Apotheke nutzen. Auch bei den Waldameisen kennt man dieses Verhalten. Ameisen sammeln Baumharz und lagern dies tief in ihrem Ameisenhaufen ein. Sie verhindern damit Krankheiten die von Bakterien und Pilzen ausgehen. So gesehen ist Baumharz ein ganz besonders interessanter Stoff, der eventuell auch für uns in Zukunft von besonderer Bedeutung sein wird.

Seit langer Zeit ist Propolis ein beliebtes Mittel in der Naturheilkunde. Es findet Verwendung bei Erkrankungen im Nasen-Rachenraum ist deshalb Bestandteil bei Heilmittel gegen Husten, Halsschmerzen. Die entzündungshemmende Wirkung wird auch bei Verletzungen genutzt zur Beschleunigung der Wundheilung und in der Zahnmedizin bei Parodontose und Karies. Auch schreibt man Propolis eine immunstimulierende Wirkung zu und nutzt es zu Aufbau der körpereigenen Abwehrkräfte. Neuste Forschungen geben Anlass zur Hoffnung, dass die Bienenmedizin auch bei der Krebsbekämpfung erfolgreich eingesetzt werden kann.
Der Imker gewinnt die Substanz dadurch, dass er die abgedichteten Stellen in Bienen abkratzt, oder gezielt ein Kunststoffgitter im Bienenstock anbringt, dass die Bienen dann mit Propolis abdichten. Ist dieses Gitter dann abgedichtet wird es in den Gefrierschrank gegeben, das Propolis wird spröde und kann dann einfach von Gitter entnommen werden. Die Weiterverarbeitung erfolgt dann entweder aufgelöst in Alkohol oder fein gemahlen als Grundstoff für Salben und Tabletten.
Im alten Ägypten wurde Propolis auch bei der Herstellung von Mumien eingesetzt.

Gelee Royal- das Geheimnis des ewigen Lebens


Gelee Royal ist der Futtersaft mit dem die Bienenkönigin gefüttert wird und der dazu führt, dass die Königin nicht nur doppelt so groß wird wie eine Arbeiterbiene, sondern auch rund 35-mal länger lebt. Auf den Menschen übertragen würde dies bedeuten, wir wären rund 3,60 m groß und würden 3500 Jahre alt werden.

Anfangs werden alle Bienenlarven mit diesem besonderen Futter gefüttert, später allerdings nur noch die Königin, die anderen Larven erhalten dann ein Futter, das im Wesentlichen aus Pollen und Honig besteht. Gelee Royal wird von den Bienen mit speziellen Futterdrüsen hergestellt.  Die besondere Wirkung dieses Futters auf die Bienen hat natürlich auch das Interesse der Menschen geweckt. So vermutet man, dass Gelee Royal beim Menschen zu einer Verbesserung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit führt. Man hofft, dass es einen verjüngt, das Immunsystem stärkt, Blutdruck normalisiert und den Körper Stressbeständiger macht. Im Tierversuch konnten einige dieser positiven Eigenschaften bestätigt werden, beim Menschen werden diese positiven Wirkungen allerdings von der etablierten Wissenschaft angezweifelt. Die Gewinnung von Gelee Royal ist relativ aufwendig und wird nur von bestimmten Imkerbetrieben vorgenommen. 
Hierzu wird einem Bienenvolk die Königin entzogen und man setzt vorgefertigte Königinnenzellen ein, nach einigen Tagen entfernt man die Zellen und entnimmt das besondere Futter. Dieser Vorgang wird dann mehrfach fortgesetzt, bis die gewünschte Menge vorhanden. Diese Prozedur ist für das Bienenvolk  sehr stressig und wird deshalb auch von vielen Imkern abgelehnt. Deshalb stammt das bei uns gehandelte Gelee Royal meist aus dem Ausland.

Blütenpollen-der Staub des Lebens


Wenn Bienen die Blüten von Pflanzen besuchen, sammeln sie neben Nektar auch Blütenpollen ein, die männlichen Keimzellen der Blüten.  Mit Nektar gemischt produzieren sie  kleine Körnchen und transportieren sie in speziellen Transportkörbchen an ihren Hinterbeinen in den Bienenstock. Diese Pollenkörnchen sind sehr eiweißreich und dienen der Aufzucht der jungen Bienenlarven. Ein anderer Teil des Blütenstaubs wird von den Bienen an Körper und Beinen  unbewusst von Blüte zu Blüte transportiert und bestäubt so die Blüten, damit sich Früchte entwickeln können.

Blütenpollen sind auch für Menschen interessante Nahrungsergänzungsmittel und werden auch in der Naturheilkunde eingesetzt. Sie sind sehr eiweißreich und enthalten viele verschiedene Vitamine.
Blütenpollen kann man beim Imker oder in Apotheken kaufen. Der Imker gewinnt die Pollen durch ein spezielles Gitter am Einflug zum Bienenstock, Fliegen die Bienen in den Stock ein, wird der Pollen abgestreift und gelangt in eine Auffangvorrichtung. Da die Blütenpollen eine wichtige Nahrungsgrundlage der Bienen sind, ernten die Imker nur eine bestimmte Menge, die das Bienenvolk nicht schädigt. Blütenpollen kann man pur einnehmen oder in Milch oder Müsli einrühren.
Ihnen schreibt man verschieden positive Wirkung zu, so sollen sie unter anderem Altersbeschwerden vorbeugen, durchblutungsfördernd sein und Verdauungsbeschwerden lindern.

Bienengift-ein wirksames Heilmittel

Sticht uns eine Biene, weil sie sich bedroht fühlt, oder wir zu aus Versehen eingezwängt haben, gelangt durch den Stachel eine kleine Giftdosis in unsere Haut. Dies führt zu einer schmerzhaften Entzündung und Anschwellung. Durch Kühlen kann der Schmerz gelindert werden und ist normalerweise auch nicht problematisch. Reagiert der Körper allerdings allergisch auf Bienengift, oder ist der Stich im Hals- und Rachenraum, kann ein Bienenstich sehr gefährlich, sogar lebensbedrohlich sein. Die Biene verliert nach dem Stich ohnehin ihr Leben. Der Stachel bleibt in unserer Haut stecken und reißt aus dem Bienenkörper aus.
Bienenstachel und das Bienengift dient dem Schutz des Bienenstaates, im Bienengift sind Duftstoffe vorhanden, die anderen Bienen signalisieren, dass ein Angriff stattgefunden hat und sich  zur Verteidigung bereithalten sollen. Stechen können nur die weiblichen Bienen, also die Arbeiterinnen und die Königin.
Bienengift wird in der Medizin eingesetzt und ist Bestandteil von Salben  gegen Rheuma  und Hexenschuss, auch bei Sportverletzungen finden Salben mit Bienengift Anwendung.
In der Kosmetik werden Produkte mit Bienengift zur Faltenreduzierung eingesetzt.
Bienengift wird gewonnen, indem die Bienen durch elektrische Reize zur Giftabgabe stimuliert werden.

Bienen liefern nicht nur besondere Produkte, durch ihre Bestäubungsleistung bilden sie die Grundlage unserer pflanzlichen Nahrungsmittel.

Darüber mehr im nächsten Artikel, bleiben Sie dran.