Sonntag, 16. August 2015

Unterwegs im SaarRadLand-im Wald der Wunder

Vom Schaumberg aus führt mich meine Radtour weiter nach Marpingen. Mein Ziel ist der Härtelwald, eine bekannte Wallfahrtsstätte. Die rund 8 km lange Radstrecke führt durch eine reizvolle Landschaft und lässt sich gut bewältigen, geht überwiegend bergab, mein Elektroantrieb kann sich mal ausruhen. Aber der Weg zum Härtelwald lohnt sich.

Die Entstehung der Marienverehrung im Härtelwald geht auf das Jahr 1876 zurück, da ist nach den Berichten drei achtjährigen Mädchen die Muttergottes erschienen. Diese Berichte hatten bereits nach wenigen Tagen tausende von Pilgern angezogen und auch von Wunderheilungen war die Rede. Behörden sperrten kurz darauf das Gelände und für die Kinder hatte die Beobachtung ebenfalls schwere Folgen, sie wurden in eine Besserungsanstalt eingewiesen und widerriefen später ihre Beobachtung, möglicherweise unter Zwang. Dabei hat die Marienverehrung im Härtelwald eine viel längere Geschichte. Bereits vor über 500 Jahren wurde im Härtelwald eine Quelle gefasst und als Wallfahrtsstätte genutzt.

Diese Quelle ist heute noch ein zentraler Punkt der Marienverehrung im Härtelwald. Besonderes öffentliches Interesse erlangte der Härtelwald im Jahr 1999. Ähnlich den Ereignissen von 1876 waren es wieder drei Frauen, die als Seherinnen von Marienerscheinungen sprachen. In diesem Fall waren es sogar mehrere Erscheinungen, die von Termin zu Termin immer mehr Pilger anzogen. Bei der letzten Erscheinung am 17.10.1999 wurden über 30000 Menschen gezählt.
Das führte natürlichen zu erheblichen organisatorischen und verkehrstechnischen Problemen in der kleinen Gemeinde Marpingen. Die Geschichte um die neuerlichen Marienerscheinungen im Marpingen lieferten bundesweit Schlagzeilen, wurden aber stark kritisiert und auch von der Kirche nicht offiziell anerkannt.
Diese Aufregung hat sich mittlerweile schon lange gelegt und der Härtelwald bietet heute gläubigen Menschen einen ruhigen Ort der Besinnung. An der Marienquelle kann man übrigens Wasser schöpfen und trinken, das habe ich bei meinem Besuch auch gemacht.

Zur Marienquelle gelangt man über einen Pfad, der von der Marienkapelle, nahe der Parkplätze, durch den Wald führt.




Der Weg zur Marienquelle ist mit Kreuzwegstationen ausgeschmückt und kurz vor der Quelle ist eine große Kreuzigungsgruppe im Wald aufgestellt. Hier kann man die besondere Stimmung des Ortes auf sich wirken lassen.



Auf dem Gelände der Quelle ist eine Gebetsgrotte aufgebaut und bietet gläubigen Menschen einen passenden Ort für ihre Gebete.



Die Marienverehrungsstätte im Härtelwald ist im Laufe der Jahre von sehr vielen Menschen besucht worden. Unabhängig davon, wie man zu den Berichten von Marienerscheinungen steht, denke ich, hier sind sehr viele Menschen mit großen Problemen, Lebenskrisen und Krankheiten hingekommen und haben auf Hilfe gehofft. Alleine wenn das den Menschen neue Kraft und Lebensmut gegeben hat, ist das bereits ein Wunder und so haben solche Orte auch in unserer heutigen Zeit eine wichtige Bedeutung.

Weitere Informationen zur Marienverehrungsstätte Härtelwald.

Es ist doch schon spannend, was man auf einer kleinen Radtour im Saarland so alles entdecken kann. Mein Weg führt mich weiter, ich verlasse Marpingen, meine nächste Station ist St.Wendel, für mich die schönste Stadt im Saarland, aber die stelle ich morgen war, also dranbleiben.